CD: 3-3-2

1996, percaso production CD 15 // 8 pieces for drums // 37:47
Musicians Christian Wolfarth drums // Production notes All compositions are by Christian Wolfarth // Recorded at Schlosskeller Fraubrunnen, Bern by Andreas Litmanowitsch, 1994 Dezember 22, 23, 24 // Mixed at Zone 33, Bern by Rolf Büttikofer and Andreas Litmanowitsch // Mastered at Greenwood Studio, Nunningen by Glenn Miller // Photos inside by Pierre Marti // Graphic design by Anne Hoffmann // Cover art by Urs Frei

Samples

  1. 11 p
  2. 3-3-2 p
  3. 16 p

Reviews

JAZZ PODIUM, HANS-DIETER VÖTTER

Eine differenzierte Richtung schlägt der Pierre Favre-Schüler Christian Wolfarth ein: der Minimalkünstler in der Rolle des Mediateurs. Sein Spiel fasziniert von Anfang an durch eine originelle Klangsprache und man folgt wie gebannt einem „Hörspiel“ im ureigenen Sinne ... es bleibt die Erinnerung an eine höchst ungewöhnliche Reise durch skurille, intelligente Klanglandschaften. 

JAZZTHETIK, ROLAND HH BISWURM

"Metronomisch pocht der Regen an die Scheibe – hier findet ein Schlagzeug-Solo-Konzert statt. Und ein besonderes dazu. Fritz Hauser arbeitete ähnlich, Paul Lovens ebenfalls. Das Renommé ist gesichert. Und doch geht es Wolfarth um alles andere als um dieses. Wolfarth arbeitet an Klangstudien, an Soundevaluationen. Wenn etwa im Track 2 so etwas wie Woodblocks blubbern, um sodann in rasender Geschwindigkeit ein tat-sächliches Blubbern (im Abflussrohr etwa) installieren, dann ist klar, hier findet ein Hör-Spiel statt, ein Spiel mit Hör-ein-drücken." 

BASLER ZEITUNG, PETER NIKLAS WILSON

... Christian Wolfarth setzt Gegenakzente. Beschränkung und Kontrolle sind seine Maximen und nicht von ungefähr spricht der Zürcher Perkussionist im Untertitel seiner CD "3-3-2" von "8 pieces for drums", wohlkalkuliert aufgebauten Stücken, die die kombinatorischen Möglichkeiten einer jeweils extrem kleinen Palette von Klangfarben und Schlagmustern mit permutativer Intelligenz ausloten. (Unwillkürlich wird man an die Arbeiten des Basler Schlagzeug-Minimalisten Fritz Hauser erinnert.) Dass Wolfarths stringente Beschleinigungs- und Überlagerungsmuster mehr als nur einen formalen Sinn haben, wird im Laufe der knapp vierzig Minuten immer deutlicher; Wo das Material so reduziert ist, wird der Klang von Fell, Holz und Metall in seiner Eigenart erfahrbar, treten die individuellen Spektren der Materialien plastisch hervor. Das hat etwas von Labor-Atmosphäre, und so mag man fast erschrecken, wenn im letzten Stück plötzlich Kirchengeläute in die hermetische Klangwelt einbricht. Vielleicht möchte uns Christian Wolfarth animieren, den sonoren Reichtum seines perkussiven Mikrokosmos in den Geräusch- und Klangtexturen unserer Umwelt wiederzufinden?